Die Farben-Reihe beginnt in Berlin-Zehlendorf, zwischen Villen und Linden, im behüteten Westen der deutschen Hauptstadt. Aber sie bleibt nicht dort. Wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird, ziehen die Wellen immer weitere Kreise – bis sie schließlich die halbe Welt umspannen.
Warum die Geschichte reisen musste
Ralf Arius hätte in Berlin bleiben können. Er hätte sein kleines Leben weiterleben können, mit seiner Gabe im Verborgenen. Aber das wäre keine Geschichte geworden, die es wert ist, erzählt zu werden.
Die Farben-Reihe handelt von Flucht und Verfolgung, von globalen Netzwerken und lokalen Verstecken. Pharmakonzerne operieren nicht aus einem einzigen Büro. Geheimorganisationen haben Tentakel, die sich über Kontinente erstrecken. Und eine KI, die nach absoluter Kontrolle strebt, kennt keine Landesgrenzen.
Die Recherche vor Ort
Ich gehöre zu den Autoren, die nicht über Orte schreiben können, die sie nicht gesehen haben. Karten und Google Street View reichen mir nicht. Ich muss die Luft atmen, die Geräusche hören, die Menschen beobachten.
Für die Farben-Reihe bin ich gereist. Borneo mit seinen undurchdringlichen Regenwäldern und verborgenen Flussläufen. Die Schweizer Berge, die ich von meinem Schreibtisch aus sehen kann. Andere Orte, die ich hier noch nicht verraten möchte.
Jede Reise hat Details in die Bücher gebracht, die ich mir niemals hätte ausdenken können. Der Geruch von feuchter Erde und blühenden Orchideen tief im Dschungel. Das Licht, das durch das Blätterdach bricht und grüne Schatten auf den Waldboden malt. Die Art, wie Menschen an einem bestimmten Ort miteinander sprechen – oder schweigen.
Ost und West
Die Farben-Reihe spielt bewusst an der Schnittstelle zwischen westlicher und östlicher Kultur. Ralfs Gabe – das Sehen von Farben im menschlichen Körper – hat etwas zutiefst Mystisches. Es erinnert an alte Heiltraditionen, an uraltes Wissen indigener Völker, an Weisheit, die die moderne Medizin belächelt.
Borneo, diese wilde Insel zwischen Malaysia, Indonesien und Brunei, ist ein Ort, an dem die Zeit anders fließt. Wo der Dschungel Geheimnisse bewahrt, die älter sind als jede Zivilisation. Wo Menschen leben, die noch immer wissen, was wir längst vergessen haben.
Gleichzeitig ist Ralf ein Kind des Westens: rational, skeptisch, ungläubig gegenüber allem, was er nicht erklären kann. Diese Spannung zwischen dem, was er ist, und dem, was er tun kann, treibt ihn durch die Geschichte – und durch die Welt.
Eine Einladung zur Reise
Wer die Farben-Reihe liest, wird reisen. Von den gepflasterten Straßen Zehlendorfs zu den Flussufern Borneos. Von gläsernen Konzernzentralen zu versteckten Siedlungen im Regenwald. Von der Sicherheit des Bekannten in die Gefahr des Unbekannten.
Es ist eine Reise, die ich selbst angetreten bin – erst mit dem Körper, dann mit der Feder. Ich hoffe, Sie begleiten mich dabei.
