Sie betritt die Geschichte wie ein Schatten. Lautlos, effizient, tödlich. Viktoria ist keine Frau, die um Aufmerksamkeit bettelt – sie nimmt sie sich, wenn sie sie braucht, und verschwindet wieder im Dunkel, wenn ihr Auftrag erfüllt ist.
Von allen Figuren der Farben-Reihe ist sie die, über die ich am häufigsten gefragt werde. Und die, über die ich am wenigsten verraten kann.
Die Faszination des Bösen
Ich glaube nicht an eindimensionale Bösewichte. Menschen werden nicht böse geboren. Sie werden geformt von Umständen, Entscheidungen, Traumata. Viktoria ist das Ergebnis eines Lebens, das ihr keine andere Wahl gelassen hat – oder ihr zumindest eingeredet hat, keine andere Wahl zu haben.
Als ich sie zum ersten Mal schrieb, wollte ich eine Antagonistin erschaffen, die dem Leser Gänsehaut bereitet. Was ich stattdessen fand, war eine Frau, die mir leidtat. Eine Frau, deren Stärke ihre größte Schwäche ist.
Regeln in einer regellosen Welt
Viktoria tötet für Geld. Das ist ihr Beruf. Aber sie hat Regeln. Keine Kinder. Niemals persönlich werden. Den Auftrag erfüllen, nicht mehr, nicht weniger.
Diese Regeln sind alles, was sie davon trennt, ein Monster zu sein – zumindest in ihren eigenen Augen. Und wenn diese Regeln in Konflikt geraten mit einem Auftrag? Dann wird es interessant.
Die Begegnung mit Ralf
Was passiert, wenn eine Frau, die den Tod bringt, auf einen Mann trifft, der das Leben bringt? Diese Frage treibt einen wesentlichen Teil der Farben-Reihe an. Mehr möchte ich nicht verraten – das wäre unfair gegenüber den Lesern, die diese Entwicklung selbst erleben wollen.
Nur so viel: Viktoria und Ralf sind wie Feuer und Wasser. Und manchmal, wenn Feuer und Wasser aufeinandertreffen, entsteht Dampf – eine Kraft, die stärker ist als beide.
Die Wurzeln einer Killerin
Viktorias Hintergrundgeschichte ist einer der dunkelsten Pfade, die ich je geschrieben habe. Ich habe recherchiert, gelesen, Experten befragt. Ich wollte verstehen, wie ein Mensch zu dem werden kann, was sie ist.
Die Antwort war erschreckend und erhellend zugleich: Niemand wird als Waffe geboren. Aber jeder kann zu einer gemacht werden, wenn die Umstände gnadenlos genug sind.
Ein Versprechen
Wer Viktoria in „Das Erwachen" kennenlernt, sieht nur die Oberfläche. Die Eiseskälte. Die Präzision. Das Fehlen von Reue. Aber unter dieser Oberfläche wartet etwas anderes. Etwas, das selbst sie nicht vollständig unterdrücken kann.
Die kommenden Bände werden zeigen, wer Viktoria wirklich ist. Und ich verspreche: Es wird Sie überraschen.
