Eine Leseprobe sollte nicht versuchen, auf wenigen Seiten das ganze Buch zu beweisen. Sie kann etwas Wertvolleres leisten: einen Menschen und einen Ton erfahrbar machen. Bei GAME OVER beginnt sie mit Ben Kellermann in seinem Spiel. Er ist konzentriert, sein Team zählt auf ihn, und der Erfolg fühlt sich grossartig an. Wer nur die spätere magische Welt erwartet, lernt hier zuerst den Jungen kennen, für den dieses Abenteuer etwas verändern wird.
Der Anfang nimmt die Spielfreude ernst
Ben erlebt Gaming nicht als leere Beschäftigung. Er übernimmt Verantwortung und kann etwas. Die Szene gibt dem Leser die Gelegenheit, diese Freude mitzuerleben. Das ist für den späteren Konflikt wichtig. Eine Geschichte über intensives Spielen wird flach, wenn von Anfang an nur erklärt wird, weshalb die Figur damit aufhören sollte. Man muss verstehen, was sie anzieht, damit auch ihr Festhalten daran nachvollziehbar wird.
Die Leseprobe zeigt deshalb nicht nur einen Bildschirm, sondern Bens Aufmerksamkeit. Er weiss, worauf er achten möchte. Andere Dinge treten zurück. Darin liegt bereits ein Spannungsverhältnis, auch bevor eine magische Tür aufgeht. Der Leser kann sehen, wie sehr eine Welt ihn beansprucht, und sich zugleich fragen, was ausserhalb dieses Moments noch auf ihn wartet. Begeisterung und Verlust beginnen nicht immer als klare Gegensätze.
Man muss Ben nicht sofort beurteilen
Ein Einstieg darf Nähe schaffen, bevor er ein Verhalten vollständig einordnet. Vielleicht erkennt ein Leser Bens Spielgefühl wieder. Ein anderer bemerkt eher, wie schwer er von aussen zu erreichen ist. Beide Beobachtungen können stimmen. Eine gute Hauptfigur bietet mehr als eine einfache Bestätigung der eigenen Meinung. Sie lässt sich aus unterschiedlichen Richtungen anschauen und bleibt trotzdem ein konkreter Mensch.
Das gilt besonders bei einem Thema, über das Familien schnell streiten können. GAME OVER muss nicht schon auf der ersten Seite entscheiden, welcher Leser recht hat. Es erzählt von Ben, seiner Mutter, seinem Freund Max und später von den Begegnungen im Flüstern. Wer weiterliest, bekommt mehr Zusammenhang. Die Leseprobe ist ein Anfang dieser Begegnung, kein verkürzter Test darüber, wie man grundsätzlich zu Computerspielen steht.
Die Magie gehört zum weiteren Versprechen
Ein geheimnisvolles Buch führt Ben ins Flüstern. Dort begegnet er der Wächterin Lira und dem goldenen Flüsterling Fummel. Die Welt ist voller Magie und wird von einem grauen Schleier bedroht. Diese Ausgangslage beschreibt die Richtung des Romans. Sie muss nicht vollständig in der Probe auftauchen, damit der Einstieg seinen Zweck erfüllt. Zuerst braucht das Abenteuer einen Jungen, dessen Weg man verfolgen möchte.
Auch die Bedeutung des Zuhörens entwickelt sich innerhalb der Handlung. Der Untertitel benennt ein Thema, aber die Geschichte soll es erlebbar machen. Wer nur nach einem kurzen Lehrsatz sucht, würde die Figuren und ihre Schwierigkeiten überspringen. Der Reiz liegt gerade darin, mit Ben Situationen zu durchleben, die sich nicht allein durch seine gewohnten Fähigkeiten oder einen schnellen Klick lösen lassen.
Beim Lesen einer Vorabprobe lohnt es sich, auf den eigenen Eindruck zu achten: Möchte ich bei dieser Stimme bleiben? Verstehe ich Bens Begeisterung, auch wenn ich seine Entscheidungen nicht immer teile? Solche Fragen sagen mehr über die persönliche Leselust als ein Versprechen auf dem Umschlag. Die Probe zeigt einen Anfang. Wie daraus ein vollständiges Abenteuer wird, gehört zum Erlebnis des späteren Buches.
Was zur Veröffentlichung feststeht
GAME OVER erscheint im Herbst 2027 im Baeschlin Verlag. Band 2 folgt. Ein genauer Erscheinungstag und eine ISBN sind auf dieser Website noch nicht bestätigt. Deshalb werden keine scheinbar präzisen Angaben ergänzt, die später korrigiert werden müssten. Auch Bens Alter ist nicht automatisch eine verbindliche Altersempfehlung des Verlags. Die Buchseite wird mit bestätigten Veröffentlichungsdaten aktualisiert.
Dort findest du das aktuelle Cover, die Vorab-Leseprobe und die vorbereiteten Bereiche für die Ausgaben. Die Shoplinks werden ergänzt, sobald die richtigen Produktseiten feststehen. Bis dahin lässt sich bereits prüfen, ob Bens Stimme und der Einstieg neugierig machen. Vielleicht bleibt zuerst sein Spielmoment hängen. Vielleicht die Frage nach den Menschen, die er nicht hört. Beides kann ein guter Grund sein, später mit ihm die Welt des Flüsterns zu betreten.
